Kardinal und Hure

Otto Hans Ressler

Die Geschichte eines Gemäldes

256 Seiten

Format 16 x 24 cm

Vorwort Christan Rainer Chefredaktuer des Profil

Wien 2022

ISBN 978-3-9504404-7-8

 

Österreich hat sich fremdes Eigentum unter den Nagel gerissen – und sich eine perfide wie plumpe, den Besatzern anbiedernde Deutungshoheit der Geschichte angeeignet: die Opfer-Rolle. So konnten die selbsternannten Opfer den wirklichen Opfern stehlen, was ihnen schon genommen worden war. Österreich tat ja nur seine Pflicht, das gestohlene Eigentum in seinen Museen zu bewahren. Und einige profitierten individuell davon, weil sie zwar scharfe Augen für die Verbrechen anderer hatten, sich selbst aber einen trüben Blick auf die eigenen Diebhaftigkeit bewahrten.

Christian Rainer, Chefredakteur des Profil

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In Kardinal und Hure,  wird die Geschichte eines Gemäldes, das 1912 gemalt wurde, erzählt. Nach dem Tod des Künstlers hat ein jüdischer Sammler das Gemälde erworben, der es während der Nazi-Herrschaft unter Zwang (und weit unter Wert) einem Ariseur übelster Sorte verkaufen mußte. Der Sammler und seine Frau wurden in einem Vernichtungslager der Nazis ermordet. Deren Kindern gelang die Flucht. 

 

Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Gemälde zwar an die Kinder des Sammlers restituiert, aber vom Denkmalamt unter Ausfuhrverbot gestellt und wieder unter Zwang (und wieder weit unter Wert) dem Belvedere verkauft.

In den 1950-er Jahren brachte ein Sammler die Republik Österreich dazu, Kardinal und Hure gegen ein anderes Gemälde zu tauschen.

 

Alle Personen in dieser Geschichte sind frei erfunden – die  Geschichte selbst – ist es nicht. Sie hat sich so (oder zumindest so ähnlich) tatsächlich zugetragen.

 

Die Brutalität der Nazis ist ebenso eine historische Wahrheit, wie die Niedertracht österreichischer Behörden gegenüber jüdischen Mitbürgern, die den Holocaust überlebt haben. Und sogar der „Tausch“, ein einmaliges Ereignis in der österreichischen Rechtsgeschichte, hat sich so ereignet.